Neu auch in Malawi: Velos als Beitrag zur Kreislaufwirtschaft

Seit kurzem arbeitet Velafrica in Afrika mit einem neuen Partner zusammen. Die Organisation heisst Green Economies Made Simple (GEMS), hat ihren Hauptsitz in Blantyre im Süden von Malawi und ist im Recycling von Abfällen und anderen Rohstoffen tätig. Nun bezieht GEMS jährlich mehrere Tausend Velos von Velafrica als Teil einer Kreislaufwirtschaft, wo Ressourcen weiterverwertet statt entsorgt werden.

Im Interview erzählt Christopher Klein, Projektleiter bei Velafrica, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam und was Velos in Malawi bewirken können.

Warum hat Velafrica einen neuen Partner?

Der Kontakt zu GEMS kam über eine Stiftung in Deutschland zustande, die uns finanziell unterstützt. Sie vernetzte uns, weil Velafrica und GEMS an den gleichen Themen arbeiten: Der Weiterverwertung von Ressourcen, in diesem Fall Velos, statt sie zu entsorgen. GEMS war sehr interessiert, Recyclingvelos von Velafrica zu beziehen, um damit nachhaltige Mobilität in Malawi zu fördern. Und wir waren interessiert an neuen Partnern für unsere Zweigstelle in Deutschland, wo Velafrica seit 2023 auch Velos sammelt.

Inwiefern unterscheidet sich GEMS von den anderen acht Partnerunternehmen von Velafrica?

Die meisten anderen Partnerunternehmen hat Velafrica selbst mitaufgebaut. Das war zum Beispiel bei ABC und VBC in Tansania der Fall, aber auch bei Faso Velo in Burkina Faso. Der neue Partner GEMS hingegen existiert bereits seit langem als eigenständige NGO. Sie hat dann mit dem Projekt «Green Wheels» in Kürze ein Veloprogramm aufgebaut. Es umfasst die Lagerung, Vermarktung und Reparatur der Velafrica-Velos sowie die vergünstigte Abgabe von Velos an Milchbäuer:innen, Abfallsammler:innen und zukünftig auch an Schulkinder. Durch die Integration in bestehende Strukturen schliesst das neue Programm also an lokale Expertise an und konnte schneller und einfacher umgesetzt werden als der Aufbau eines neuen Velozentrums von Grund auf.

Was können Velos in Malawi bewirken?

In Malawi ist die Situation ähnlich wie in den anderen afrikanischen Ländern, wo Velafrica Velos exportiert: Es stehen vor Ort kaum Velos zur Verfügung, oder nur qualitativ schlechte aus Indien und China. Auch an Ersatzteilen und an Wissen zu Reparaturen und Wartung fehlt es. Gleichzeitig ist die Armutsquote sehr hoch und viele Menschen können sich Transporte per Motortaxi oder Auto nicht leisten, nicht zuletzt wegen den stark steigenden Benzinpreisen. Entsprechend gross ist das Potential von qualitativ guten Velos aus der Schweiz und aus Deutschland: Sie ermöglichen erschwingliche, nachhaltige Mobilität und damit Zugang zu Bildung, Schule, und so weiter. Zusätzlich entstehen Einkommens- und Bildungsmöglichkeiten im Velosektor.

Was ist dieses Jahr geplant, wie geht es weiter?

Bis jetzt hat GEMS rund 2’500 Velos von Velafrica erhalten, in Zukunft sollen es deutlich mehr sein. Um die Nachfrage zu fördern, sensibilisiert GEMS die Bevölkerung und macht sie auf die finanziellen, gesundheitlichen und ökologischen Vorteile von Velomobilität und Velosport aufmerksam. Gemeinsam sind wir zudem daran, unser Berufsbildungsprogramm «Bikepreneur» auf Malawi auszuweiten. Es ist eine zehnmonatige Ausbildung in Velomechanik und Unternehmertum und wird den lokalen Velosektor zusätzlich stärken.

Erfahren Sie mehr zur neuen Partnerorganisation Green Economies Made Simple (GEMS) (Englisch): https://www.wasteadvisersmw.org/gems-innovation-hub

Spenden Sie jetzt für nachhaltige Mobilität in Malawi!

Mit einer Spende von 75 CHF ermöglichen Sie z. B. die Aufbereitung und den Export eines weiteren Velos nach Malawi. Vielen Dank!

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